Aufbruchstimmung

Veröffentlicht am 20. März 2025 um 00:46

Die Sonne küsst sanft mein Gesicht, während sie sich langsam über den Horizont erhebt. Das Zwitschern der Vögel klingt wie Musik in meinen Ohren, und mitten in diesem Morgen, voller Licht und Leben, bin ich.
Ich öffne meine Augen und fühle sie – diese friedvolle Ruhe, die mich umgibt. Monate lang habe ich über das Leben nachgedacht: Wohin führt mein Weg? Was soll ich tun? Und vor allem: Mit wem will ich ihn gehen?
2024 war ein Jahr voller Prüfungen und Herausforderungen. Es könnte fast ein Drehbuch für einen Film gewesen sein. Ein Schicksalsschlag erschütterte mich tief, und dazu der Schmerz, nicht zur Beerdigung meines Opas eingeladen worden zu sein – ja, nicht einmal informiert wurde ich. Es gab Männer, die mich hintergingen, und finanzielle Sorgen, die mich beinahe erdrückten. Ich wurde mit der Vorstellung konfrontiert, was an mir nicht perfekt sei. Und dann war da noch Portugal, das mich rief, als wäre es mein Schicksal. Zwischendurch durfte ich auch im Fernsehen auftreten. Ein Jahr voller Gegensätze. Doch mit jedem Sturm kam der Regen, und mit ihm fand ich immer zur richtigen Zeit die Unterstützung, die ich brauchte. Es gab auch heitere, leichte Momente, in denen das Leben nicht so schwer auf mir lastete. Aber vor allem war dieses Jahr ein Jahr der Selbstfindung.

„Wer bin ich?“ Diese Frage stellte ich mir immer wieder. „Wer will ich sein? Und was möchte ich wirklich tun?“ Diese Fragen führten mich auf eine Reise zu mir selbst. Ich schloss meine Weiterbildung im Bereich Social Media ab und erlebte einen der schönsten Sommer seit Jahren. Am See, in der Stille, konnte ich meine Seele baumeln lassen. Nach langer Zeit des Herzschmerzes begann ich endlich wieder zu lesen – Romane, die mir Freude zurückbrachten. Alte, einseitige Freundschaften schlichen sich von selbst aus meinem Leben. Und dann war da noch mein Buch. MEIN BUCH. Manchmal dachte ich daran, alles zu löschen, es einfach zu beenden. Doch jedes Mal, wenn ich es beiseitelegte, kam irgendwann der Moment, in dem neue Ideen und Gedanken auftauchten. Es ist eine zerrissene Beziehung, die ich mit diesem Buch führe, doch es gehört zu mir. Und es gibt noch ein weiteres Projekt, das ich begonnen habe. Ein Fluchtort, um alte Gedanken besser zu verpacken, ein Raum, in dem ich in andere Welten eintauchen kann. Es ist noch lange nicht fertig, aber ich dränge mich nicht. Vielleicht wird es nie veröffentlicht – aber das ist nicht entscheidend. Ich lasse es fließen und nehme mir die Zeit, die ich brauche.

Es gab Momente, in denen ich mich von Menschen löste, die mir nicht guttaten. Eine Person, deren Gefühle ich nicht erwidern konnte, verschwand, nachdem sie eine Grenze überschritt. In solchen Momenten gibt es keine Kompromisse.

2024 hat mir eines ganz klar gezeigt: Die wahre Freiheit liegt in der Unabhängigkeit. Ich habe mich von den Erwartungen anderer befreit, und diese Reise hat mich innerlich gestärkt. Doch es gab auch unerwartete Überraschungen. Menschen, die mir nicht nahestanden, schenkten mir mehr Unterstützung als es meine engsten Freunde. Es ist eine seltsame Erfahrung, wenn man in derselben Stadt lebt, aber sich nur alle paar Wochen sieht. Vielleicht, weil man nie wirklich ankommen will, nie wirklich in der Stadt verweilen möchte.

Ich hätte mir mehr emotionale Unterstützung gewünscht – besonders nach dem Vorfall der Grenzüberschreitung, der tief in mir Wunden aufgerissen hat. In solchen Momenten fühlt man sich oft alleingelassen, und das schmerzt. Aber diese Zeit hat mir auch gezeigt, dass wahre Stärke nicht nur von anderen kommt, sondern vor allem von einem selbst. Umso mehr erfüllt es mich heute mit Stolz, dass ich durch diese schmerzlichen Erfahrungen gewachsen bin. Ich habe gelernt, auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören und mich selbst zu heilen. Das war nicht immer einfach, aber es war ein wichtiger Teil meines Weges.

Was das Thema Männer betrifft, bin ich nun gelassen. Ich nahm mir die Zeit, für mich selbst zu sein – auch wenn ich mir oft wünschte, jemanden an meiner Seite zu haben. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, wäre ich vielleicht in etwas hineingegangen, das aus einem Gefühl des Mangels heraus entstanden wäre, weil vieles nicht gut lief und ich nicht wirklich mit mir selbst im Reinen war. Es gab keine Schmetterlinge im Bauch, denen alle hinterherjagen. Es war keiner dabei, der mich „gefangen“ hat. Ich hatte die Kapazitäten einfach nicht für einen Mann, und das durfte ich mir eingestehen.

Daher sehe ich 2024 als ein Jahr der Heilung und der Aufarbeitung – viele alte Muster, die mich lange begleitet haben, durfte ich hinter mir lassen. Der Weg war nicht immer einfach, aber er war unglaublich lehrreich.

2024 war das Jahr, in dem wir uns alle in den Spiegel schauen mussten. Ein Spiegel, der uns zeigte, wo wir stehen und welche Teile von uns noch wachsen dürfen. Ich habe gelernt, mich zu zeigen – mit allem, was ich bin. Ich habe keine Lust mehr, meine Spiritualität zu verstecken oder Rücksicht auf Menschen zu nehmen, die sich von meinem Licht blenden lassen. Ich werde mich nicht mehr zurücknehmen, um anderen gerecht zu werden, die nicht bereit sind, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Ich habe mich entschieden, allein für mein Leben verantwortlich zu sein und meinen Weg zu gehen – und zwar mit den richtigen Menschen an meiner Seite, denen ich vertraue und die mich nicht mit falschen Versprechungen oder leeren Geschichten füttern. Ich habe mir geschworen, mich selbst an erste Stelle zu setzen – und danach kommen alle anderen.

Der Beginn dieses Jahres fühlte sich ganz anders an als das letzte. Schon zu Beginn nahm ich eine angenehme Energie wahr, die mich umhüllte, und tief in meinem Inneren spürte ich eine ruhige Zuversicht. Es war ein Vertrauen, das ich nach langer Zeit wiederfand – das Vertrauen, dass alles gut wird, auch wenn ich noch tief in mir selbst Wahrheiten aufarbeiten musste. Diese Ruhe war jedoch nicht ohne Unklarheiten.

Ich habe neue Menschen kennengelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Sie lehren mich, dass jeder seinen eigenen Weg gehen kann, ohne dass wir uns dabei verlieren müssen. Die Gespräche, die ich mit ihnen führe, sind tiefgründiger als die, die ich im letzten Jahr geführt habe. Ich habe mich aus meiner Komfortzone herausgewagt und mich meinem Ego gestellt. Denn wahres Wachstum entsteht erst, wenn wir den Mut finden, uns selbst zu begegnen und über unseren eigenen Schatten zu springen.

Es geht nicht darum, dass einem alles gleichgültig wird, sondern darum, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – auch wenn es bedeutet, in manchen Momenten etwas loszulassen oder zu verzichten. Lange Zeit habe ich mich in Watte gepackt und mir selbst Grenzen gesetzt, die mich in bestimmten Bereichen zurückhielten. Doch irgendwann habe ich verstanden, dass ich nicht in die Social-Media-Branche „muss“, um etwas zu sein. Ich habe mich von dem Drang befreit, eine „höhere Stelle“ erreichen zu müssen. Vielmehr wünsche ich mir einen Job, in dem ich mich erfüllt fühle und gleichzeitig Raum für die Dinge habe, die mir im Leben wirklich wichtig sind – wie meine Hobbys und die Zeit für mich selbst.

Ich bin bereit, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Denn letztlich habe nur ich die Kontrolle über mein Leben, und jeden Tag treffe ich mich selbst – mit all meinen Ängsten, Hoffnungen und Träumen. Rückblickend kann ich sagen, dass die Zeit nicht immer einfach war. Sie war oft geprägt von Ablehnung und Enttäuschung. Doch manchmal, wenn wir nicht das bekommen, worauf wir hingearbeitet haben, zeigt sich, dass das Leben uns etwas bietet, das besser zu uns passt – etwas, das uns auf einer tieferen Ebene weiterbringt.

Alles fügt sich zur richtigen Zeit, und heute weiß ich:

Es lohnt sich, weiterzugehen, auch wenn der Weg steinig war.Ich muss niemanden an meiner Seite halten, der mich nicht wirklich sieht, keine Hände festhalten, die nicht bereit sind, Verbindung zu spüren.

Alles, was ich brauche, trage ich bereits in mir –den Halt, die Stärke, die Liebe, die mich trägt.